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Wort des Tages

Wort des Tages [Kirchenkreis Halle]

Das aktuelle Wort des Tages vom Kirchenkreis Halle finden Sie hier.

Wort des Tages vom 11. Mai 2020

Also: Morgen, am 10. Mai ist es soweit: Auch im Kirchenkreis Halle feiern wir Wiedereröffnung unserer Kirchen am Sonntag Kantate. Allerorten laden wir wieder zu öffentlichen Gottesdiensten ein, nachdem ausgiebige Schutzkonzepte – mit behördlichem Siegel – umgesetzt worden sind.
Viele Beratungen, Telefonate, so manche Telefon- oder Videokonferenz ist dafür gebraucht worden.
Ausgerechnet an Muttertag fangen also auch die Kirchen mit dem Realisieren der Exitstrategien an – und natürlich fragen wir uns: Wie viele Leute werden wohl kommen? Mit eigener Schutzmaske! Aber ohne eigenes Singen! 

Wie wird die Kirche auf uns Wirken mit den demonstrativen Desinfektionsspendern und den vielen Piktogrammen und Zeichen, die uns Wegerichtungen aufzeigen? 

Bei allen Hygiene und Distanzmaßnahmen – eins finde ich bringt der Eifer um die Wiedereröffnung der Gottesdienste doch mit sich: Wir merken doch, wie kostbar die eine Stunde gemeinsamen Betens in der Gemeinde am Sonntag ist. Dass Gemeindeglieder mich anrufen und mir sagen, wie leid es ihnen tut, dass sie am Sonntag nicht in die Kirche kommen können – das ist schon ein Tag, den ich mir rot im Kalender eintrage. 

Und die ganz einfach zu findenden ehrenamtlichen Kirchendiener, die behilflich sind beim Auffinden der Plätze und beim Aufschreiben der Namen der Anwesenden – auch das, gehört zu den Lichtmomenten in diesen manchmal wirren Zeiten.

Wie viele werden kommen? Werden mehr als die erlaubten 46 Personen in die Dorfkirche hineinkommen wollen? Eins weiß ich ganz sicher: 
Wir machen sofort um 11.00 Uhr noch einen Gottesdienst – damit wirklich alle, die wollen in Gemeinschaft beten können – und auf Christus hören, der zu uns spricht: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will Euch erquicken.“

Aber Gottseidank – nach dem 10. Mai wird es am 17. Mai (Rogate) und am 24. Mai – und immer wieder einen Sonntag geben, an dem wir zur Kirche gehen können.


Kirsten Schumann

Pfarrerin in der Kirchengemeinde Steinhagen

Wort des Tages vom 04. Mai 2020

„Geschützt im Alter“ – deshalb: „Besuch verboten“. Neulich stand ich als Pastorin vor der Tür einer Wohngruppe für alte Menschen hier in Steinhagen. Am nächsten Tag wurde ein Bewohner 93 Jahre alt. Eine freundliche Pflegekraft kam an die Tür – wir beide hielten Abstand – beide mit Mundschutz. Wir erkannten uns, weil ich „früher“ öfter zu Gottesdienst oder zum Geburtstagsbesuch ins Haus kam. Und sie erklärte fast entschuldigend: „Sie dürfen aber nicht rein!“

Ich versicherte ihr, dass ich auch nur die Geburtstagspostkarte für den morgigen Geburtstag abgeben wollte und fragte, ob sie diese ihm weitergeben und vorlesen könnte. 

Bestimmt hat diese freundliche Altenpflegerin es auch getan. 

Aber bei mir blieb der Gedanke: Keine Seelsorge möglich – außer schriftlich – per Karte. Ich wusste: Der vor 93 Jahren geborene war vor seiner Pflegebedürftigkeit ein regelmäßiger Besucher im Gottesdienst der Dorfkirche. 

Ein Gebet – vielleicht ein Segenswort – eine kurze Berührung mit dem Kreuzzeichen – er hätte sich gefreut.
„Wir schützen, was wir lieben!“ Irgendwoher kommt mir dieser Werbeslogan in den Sinn. Und ich spreche mit den Familienangehörigen, die nicht mehr ihre Eltern, ihre Ehepartner, ihre Onkel und Tanten besuchen gehen dürfen im Pflegeheim, einfach weil es zu viel Gefahr und Ansteckungsrisiko mit sich bringt.
Geradezu zynisch veröffentlich der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer am 28. April: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären - aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen.“

Gemeint ist die Tatsache, dass meisten Verstorbenen mit Covid -19 ein hohes Lebensalter aufweisen (über 80 Jahre) oder durch Vorerkrankungen ohnehin nur noch eine geringe Lebenserwartung gehabt hätten.
Im Hintergrund einer solchen Äußerung stehen die sozialdarwinistischen Gedanken vom Überleben der Starken und  die Selektion der Schwachen. 

Christus dreht das Verhältnis von Starken und Schwachen um: „Lass Dir an meiner Gnade genügen. Denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2.Kor 12,9) 

Dieses Wort Christi sei allen gesagt – heute – Morgen – bis in Ewigkeit!


Kirsten Schumann, Gemeindepfarrerin der Ev. Kgm. Steinhagen



Wort des Tages vom 31. März 2020

Meine Zeit steht in deinen Händen

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Schreckensnachrichten um die Corona-Krise reißen nicht ab. Die Zahl der Infektionen steigt nach wie vor, es gibt immer mehr Sterbefälle. Die Atemschutzmasken werden knapp. Ein erstes Krankenhaus in Deutschland nimmt keine Patienten mehr auf. Viele sind schon infiziert – doch wie viele werden es noch werden? Die Telefonseelsorge erhält 50 Prozent mehr Anrufe. Auch die seelischen Belastungen nehmen zu. Wie wird das weitergehen? Wie kann man gesund bleiben? Wie soll man mit der Unsicherheit umgehen?

Eine helfende Antwort kann man in der Bibel finden, im alten Gebetbuch, im Psalter. Hier beschreiben Menschen schonungslos ihre verzweifelte Situation. In Psalm 31 werden wir Zeuge einer erschreckenden Situation, wenn es heißt: „HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Ich bin vergessen im Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Äußerlich und innerlich fühlt sich der Sprecher wie zerbrochen. Einsam, isoliert und totengleich, so elend ist ihm. Doch er findet die alles entscheidende Antwort: „Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.“ Diese Antwort spürt er im Gebet. Gott ist nicht länger verborgen. Das lässt ihn ruhig und gelassen werden. Jetzt kann er wieder tief durchatmen. Insofern möchte dieser Psalm eine Anleitung sein. Es gibt im Leben Angst und Verzweiflung, doch sie sollen nicht das letzte Wort haben. Auch in Corona-Zeiten lässt sich Ruhe und Vertrauen finden. Frieden kann wieder einziehen, wenn Panik herrscht. Denn dieser Frieden beginnt von innen. Und schenkt Dankbarkeit und Zuversicht. Dazu möchte dieses Psalmwort ermutigen.

 

Pfarrer Christhard Greiling

Evangelische Kirchengemeinde Steinhagen

Wort des Tages vom 27. März 2020

Ist es eigentlich zu früh, nach dem zu fragen, was Covid-19 bei uns positiv verändert?

Also, gemeint ist jetzt nicht die alte Leier von: „Es wird schon zu etwas gut gewesen sein…“ – nein: Es geht darum, dass dieser Virus eine Veränderung bewirkt, die sowohl Licht als auch Schattenseiten hat!
Licht ist: Soviel Gemeinschaftsaktion und Hilfeangebote und Unterstützungsleistungen und Gemeinschaftsstiftende Zeichen – ich glaube, das habe ich noch nie in meinen 49 Lebensjahren erlebt. Und alles vollbracht durch Menschen, deren Nöte auch groß sind: Finanzsorgen, Existenzängste, Überlebensängste. Das ist der Schatten des Covid-19! Und finster wird es jetzt schon dort, wo Menschen schon immer auf eine funktionierende Solidarität angewiesen waren – die Menschen, die auf die Tafel zum Beispiel angewiesen sind – um nur ein Beispiel zu nennen!
Hier müssen wir nicht nur gemeinsam hinschauen, sondern wir können auch Handeln: Ja richtig – mit Geld! Denn gerade in diesen Tagen geht es um das konkrete Tun:
Beten – ja klar!
Glocken läuten – Natürlich!
Und jetzt spenden!
Kirche war schon immer ein bisschen unverschämt, wenn es um das Spenden ging! Und vielleicht hat die Kirche sogar den Auftrag, andere daran zu erinnern, worauf es jetzt ankommt. Christus sagt: „Was ihr einem von diesen geringsten Brüdern (oder Schwestern) getan habt – das habt Ihr für mich getan!“ (Matthäus, Kapitel 25, Vers 40)
Und wer weiß, vielleicht verändert das am Ende unser Leben, unsere Einstellungen, unser Handeln!
Und wie verändert Covid – 19 unsere Kirche, unseren Glauben? Darüber sollten wir mal alle mehr nachdenken! Vor der eigenen Türe kehren! Es ist ja immer noch Passionszeit – Zeit der Umkehr! Helfen wir uns gegenseitig! Damit unsere Gebete und Gemeinschaftszeichen glaubwürdig sind! 

 

Kirsten Schumann

Pastorin in Steinhagen

Wort des Tages vom 19. März 2020

Auf soviel verzichten – nur nicht auf Kraft, Liebe und Besonnenheit

In diesem Jahr lerne ich sehr viel über Verzicht. Denn wir müssen gerade auf so vieles verzich­ten: Freizeitangebote, soziale Kontakte, Freiheiten. Die viele Zeit Zuhause – für manche kaum erträglich – schon jetzt. Aber es gibt auch andere Mo­mente: Gestern erzählte mir jemand am Telefon: „Da saßen wir mit unseren Kindern auf dem Balkon in der Frühlingssonne, hörten ein Hörspiel und haben miteinander gekuschelt.“ Wann hatten wir eigentlich das letzte Mal so viel Zeit miteinander? Ohne dass wir etwas erledigen mussten. Ohne von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Ohne am Wochenende etliche Besuche bei Großeltern und Freunden abzuarbeiten. Diese Zeit des Verzichts, sie ist auch irgendwie geschenkte Zeit. Zumindest manchmal.

Denn im nächsten Moment sind da wieder die Sorgen: Wird es allen gut gehen? Werden alle unsere Liebsten gesund bleiben? Wie lange wird das alles dauern? Und wie geht es beruflich und finanziell weiter? Auch das bekommen unsere Kinder mit, selbst wenn wir versuchen, all das von ihnen fernzuhalten.

Für die nächsten Wochen möchte ich Ihnen einen Bibelspruch mitgeben, der mir derzeit sehr hilft: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2Tim 1,7) Das wünsche ich Ihnen: Dass Sie sich nicht gefangen fühlen in Angst und Sorge, sondern dass Gott Ihnen die Kraft schenkt, miteinander dieser unruhigen Zeiten zu überstehen. Dass Gott Sie die Liebe spüren lässt, die uns mit Menschen verbindet, die wir gerade nicht persönlich treffen können. Und dass Gottes Geist uns allen die Besonnenheit gibt, für uns und unsere Familien gute und richtige Entscheidungen zu treffen.

 

Kirsten Schumann

Pastorin in Steinhagen

Erreichbarkeit der Pfarrerinnen und Pfarrer

Als Pfarrerinnen und Pfarrer bleiben wir auch in den Zeiten der Corona-Krise telefonisch und per E-Mail für Sie erreichbar. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier.